Burnout

... ist keine Krankheit mit eindeutigen diagnostischen Kriterien. Burnout ist vielmehr der Begriff für eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund beruflicher Überlastung, die meist durch Stress ausgelöst wird, der nicht mehr bewältigt werden kann.

 

Es gibt in der wissenschaftlichen Fachliteratur verschiedene Ansätze für die Ursachen von Burnout. Einerseits wird davon ausgegangen, dass eher die Persönlichkeitsstruktur der Betroffenen ausschlaggebend für eine erhöhte Burnoutneigung ist. Beispiele für personenbezogene Ursachen sind:

  • hohe (idealistische) Erwartungen an sich selbst, hoher Ehrgeiz, Perfektionismus
  • starkes Bedürfnis nach Anerkennung
  • es anderen immer recht machen zu wollen, dabei eigene Bedürfnisse zu unterdrücken
  • das Gefühl, unersetzbar zu sein; nicht delegieren zu können/wollen
  • Einsatz und Engagement bis hin zur Selbstüberschätzung und Überforderung
  • Arbeit als einzig Sinn gebende Beschäftigung, Arbeit als Ersatz für soziales Leben

Nach der Auffassung anderer Forscher (z.B. Schaufeli und Maslach) sind die Ursachen von Burnout im Wesentlichen nicht in den Persönlichkeitszügen der Betroffenen, sondern in den wirksamen und strukturellen Merkmalen von ungünstigem Umfeld bei der Arbeit zu suchen. Zu den begünstigenden Faktoren von Burnout zählen demnach beispielsweise:

  • Mangel an positivem Feedback
  • gehäufte chronische und schwer zu beeinflussende Probleme
  • Hierarchieprobleme
  • administrative Zwänge
  • schlechte Teamarbeit
  • Druck von Vorgesetzten
  • schlechte Arbeitsorganisation
  • mangelnde Ressourcen (Personal, Finanzmittel)
  • problematische institutionelle Vorgaben und Strukturen

Professionelle Hilfe sollte bei folgenden Symptomen aufgesucht werden:

  • massive Schlafstörungen
  • chronische Müdigkeit
  • Alkohol-, Nikotin- oder anderer Substanzmissbrauch bzw. Suchtverhalten
  • starke körperliche Symptome (z.B. Schwindel, Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, Herzprobleme, Kurzatmigkeit)
  • unerklärliche Stimmungsschwankungen
  • Suizidgedanken

 

Burnoutprävention

 

Die Therapie eines voll ausgebildeten Burnout-Syndroms kann sehr aufwändig sein und lange dauern. Sie beinhaltet in der Regel eine intensive Psychotherapie sowie körperorientierte Therapiemaßnahmen zur Behandlung der Erschöpfungssymptome und zur Wiederherstellung der Regenerationsfähigkeit. Gegebenenfalls kann auch eine unterstützende (psycho-)pharmakologische Behandlung indiziert sein. In manchen Fällen kann eine stationäre Therapie in einer auf die Behandlung von Burnout spezialisierten Einrichtung notwendig und ratsam sein.

 

Es lohnt sich allenfalls, frühzeitig auf entsprechende Warnsignale zu achten und rechtzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten! 

 

Verwendete Literatur:

Besser-Scholz, B. (2007) Burnout - Gefahr im Lehrerberuf? Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht.

Jaggi, F. (2000). Burnout - praxisnah. Stuttgart: Thieme.

Maslach Ch. & Leiter, M. (2001). Die Wahrheit über Burnout. Stress am Arbeitsplatz und was Sie dagegen tun können. Wien, New York: Springer.